Zahnarztpraxis // Dr. med. dent. Hans-Jörg Willudt
 
 
 
 

Implantate – prothetische Aspekte

Zahnverlust ist für den Patienten vorrangig ein ästhetisches Problem. Aber auch die Veränderungen in Bezug auf Sprache, Essen und Lachen führen zu Beeinträchtigungen im Alltag. Durch Fehl- und Überbelastung der verbliebenen Zähne, des Zahnhalteapparates, des Knochens, der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur ergeben sich oftmals auch funktionelle Probleme. Im Gespräch mit dem Zahnarzt wird die geeignete Versorgungsmöglichkeit der Zahnlücke gewählt. Dabei spielen der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten, aktuelle und vergangene Krankheiten, die Behandlung bei anderen Ärzten, die regelmäßige Einnahme von Medikamenten und selbstverständlich die Wünsche und Erwartungen des Patienten eine wichtige Rolle, um einen Behandlungserfolg auf lange Dauer zu erzielen.

Die Implantatversorgung vermeidet das Abschleifen der Lücken begrenzenden Zähne, wie es bei Brückenzahnersatz notwendig wäre. Herausnehmbarer Zahnersatz mit seinen Nachteilen wie Gaumenbedeckung und Fremdkörpergefühl kann durch die festsitzende Implantatlösung umgangen werden. Die wiedergewonnene Lebensqualität zeigt sich dann im Alltag, wenn die Beeinträchtigungen beim Sprechen, Essen und Lachen durch den hohen Tragekomfort des Implantats getragenen Zahnersatzes vergessen sind.

Behandlungsplanung
Eine eingehende Untersuchung des Kausystems, Anfertigung von Röntgenbildern und Abformungen für Planungsmodelle bilden die Grundlage der Behandlungsplanung und helfen bei der Wahl der Implantatart, Implantatzahl und deren Position im Kiefer. Oftmals ergeben sich hierbei Befunde, die eine Vorbehandlung vor der endgültigen prothetischen Versorgung der Implantate notwendig machen. Die Lücke wird bis zur endgültigen Versorgung mit einem Provisorium verschlossen. Ist die Einheilungsphase des Implantates abgeschlossen, kann das Implantat belastet werden.

Implantate können festsitzend mit einer zementierten oder durch den Zahnarzt über Schraubengewinde bedingt herausnehmbaren Krone oder Brücke versorgt werden. Bei totalem Zahnverlust sichert auch die Kombination einer herausnehmbaren Prothese mit Implantaten den zuverlässigen Halt. Abhängig von der gewählten Rekonstruktionsart erfolgt in mehreren Sitzungen die prothetische Behandlung. Nach der Abformung beider Kiefer wird der Zahnersatz im zahntechnischen Labor angefertigt, dabei wird auf hohe Präzision geachtet. Beginnend bei der Abformung, der anschließenden Anprobe und dem Einfügen der fertig gestellten Arbeit werden hohe Anforderungen an Zeit, manuelles Geschick und Technik gestellt, damit der Patient sich auf seine neuen Zähne unbeschwert verlassen kann. Eine intensive Mundhygiene und die Pflege des Zahnersatzes sind von entscheidender Bedeutung. Problemzonen vor allem in den Implantatzwischenräumen, die für die normale Zahnbürste schwer zugänglich sind, können mit Zahnseide und Interdentalraum-Bürsten gereinigt werden. Das Zahnarztteam demonstriert deren Handhabung. Daneben helfen regelmäßige Kontrollen, um die Freude am Zahnersatz lange zu erhalten.